Dammschnitt - Episiotomie

Bei den Arbeiten zu unserem Buch "Geburt verstehen - Geburtswunden heilen" kamen wir auf das Thema Dammschnitt. Viele Frauen werden in der Klinik geschnitten, die meisten Schnitte sind nicht durch einen Notfall indiziert, also bewahren diese Schnitte weder das ungeborene Kind vor Schäden noch die Mutter vor einem Notfall. Allerdings vertreten viele Frauenärzte die Meinung, dass der Frau durch einen Dammschnitt kein besonderer Schaden entsteht. Das sehen wir etwas anders.

 

"(...) Das Recht auf körperliche Unversehrtheit und damit der Schutz der körperlichen Integrität ist im Grundgesetz verankert (Art. 2 Abs. 2 GG). Für die normale Geburt verlangt die Rechtsprechung derzeit keine spezielle Aufklärung, da sie einen natürlichen Vorgang darstellt.
Vergleichbares trifft für die vaginal operative Entbindung und die Episiotomie zu. Letztere wird in den meisten Fällen ohne Einwilligung vorgenommen, da sie als Standardeingriff oder „Nebeneingriff“ gilt, in den die Schwangere durch den Abschluss des Behandlungsvertrages einwilligt, obwohl es nur wenige medizinische Indikationen mit gesichertem Nutzen für Mutter und Kind gibt. (...)"

Quelle von 2001 nachzulesen unter: http://www.aerzteblatt.de/archiv/30024:

 

Wir sind der Meinung, dass es einer Frau freistehen sollte, einen präventiven Dammschnitt zu wünschen. Um das beurteilen zu können, benötigt die Schwangere jedoch ausreichende Informationen. 

 

Wir finden es jedoch inakzeptabel Frauen ohne ausreichende Aufklärung über das Vorgehen, die Schmerzen und die Folgen eines Dammschnittes präventiv zu schneiden.

 

Wir finden es unerträglich, dass Frauen sogar gegen ihren ausdrücklichen und dokumentierten Willen an den Geschlechtsorganen durch einen Dammschnitt verletzt werden.

Aktueller Aufruf: Wir suchen Frauen, die von einem Dammschnitt betroffen sind und das Vorgehen ihres Arztes in Frage stellen.

Der Verein GreenBirth e.V.  und der fidibus Verlag unterstützt Frauen auf dem Weg in eine menschenwürdige Geburtshilfe. Frauen haben auch während der Wehen das Recht, vor ungewollten körperlichen und unter Umständen traumatisierenden Eingriffen geschützt zu werden. Ein Eingriff kann nur unter sehr strengen Regeln gegen den Willen eines Patienten vorgenommen werden. Wir sind der Meinung, dass die Praxis der Episiotomie ohne ausdrückliche Einwilligung und sogar ohne Aufklärung durch den Arzt zumindest rechtlich sehr zweifelhaft ist.

 

Wir suchen daher Frauen, die einen Dammschnitt erlebt haben und das Vorgehen ihres durchführenden Arztes in Frage stellen. Dabei spielt es keine Rolle wie lange der Schnitt schon zurück liegt.

 

Außerdem suchen wir eine möglichst spezialisierte Rechtsanwältin (oder auch einen Rechtsanwalt), die andere Frauen ehrenamtlich in einer Sammelklage (Klagehäufung) auf Schadenersatz vor Gericht vertreten kann. 

 

Bitte melden Sie Sich  - auf Wunsch auch anonym - unter

info@fidibus-verlag.de  oder

info@greenbirth.de

 

Wir werden uns dann mit Ihnen per Email in Verbindung setzen.

 

Vielen Dank